Die Ursprünge des Kreditwesens
„Kredit“, dieser Begriff leitet sich aus der lateinischen Sprache ab – seine Bedeutung aber hat sich wahrscheinlich in noch älteren Kulturen gebildet. Man darf getrost davon ausgehen, dass die Menschen bereits in früher Vorzeit verstanden haben, was „Leihen“ bedeutet: nämlich jemandem etwas anvertrauen, beispielsweise dem Nachbarn das eigene Anwesen in der Zeit der Abwesenheit seines Besitzers.
Während man sich üblicherweise bei dem bedankte, dem man seine Sache anvertraut hatte, konnte, nachdem die Menschheit das Geld ‚entdeckt‘ hatte, etwas völlig Neues entstehen: Nun wurde man entlohnt, wenn man jemandem etwas anvertraute! Wer einem anderen Geld zur Verfügung stellte, erhielt für diesen Dienst mehr zurück, als er gegeben hatte. Es handelt sich hier also um eine frühe Form der Bedeutungswandlung.
- Ideal fuer kleinere Dinge |
- nicht von Bank vergeben |
- fuer Wohnung oder Haus |
Handel erfordert Bezahlsysteme
Wer Handel betrieb, kam mit anderen Kulturen in Kontakt, also auch mit anderen Bezahlungssystemen. Erste Schritte dazu entstanden in den Handelszentren der Alten Welt. In Mesopotamien, dem fruchtbaren Landstrich zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris (heutiger Irak), trieben seine Bewohner, die Sumerer, Babylonier, Aramäer und Assyrer, ab dem 3. Jahrtausend vor Christus lebhaften Handel mit den Nachbarstaaten. Sogar bis an die Ostsee sind sie gekommen und auch nach Indien!
In Mesopotamien entwickelte sich ein erstes Bankenwesen. Als Zahlungsmittel dienten zunächst Silber und Getreide, Geld wurde gewogen. Erst später, mit dem Aufkommen von Münzen, wurde Geld gezählt. Ebenfalls in Mesopotamien erkannte man die Möglichkeit, Zahlungsmittel als ‚Wertspeicher‘ zu nutzen: Man stellte einer Bank Geld zur Verfügung und erhielt mehr zurück. Die ersten Sparformen waren entstanden, die ersten Kredite geboren! Auch für die Zinsberechnung besaßen die Menschen bereits ausgeklügelte exponentielle Tabellen!
Kreditvergabe erfordert klare Richtlinien
Mit dem Aufkommen des Geldverleihs (egal, ob von Händlern an Banken oder von Banken an Händler) wurden auch die Risiken sichtbar, die der Verleih, der Kredit, mit sich bringt: Man konnte sich verschulden, man konnte ausnutzen oder ausgenutzt werden mit der Gefahr des persönlichen Bankrotts oder der Schwächung der Staatswirtschaft. All das sah König Urukagina (gestorben um 2371 vor Christus) bereits voraus, weswegen er in seinen Reformgesetzen die Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen verbot.
Fünfhundert Jahre später entstand unter der Regentschaft des Königs Hammurapi die bislang älteste bekannt gewordene Gesetzessammlung. Im oberen Relief zeigen die Steinstelen, wie Hammurapi (1810 bis 1750 v. Christus) die Gesetze aus der Hand des Sonnengottes Schamasch empfängt – ein Hinweis auf die göttliche Herkunft der Gesetze. Hier finden sich auch Vorschriften, wie säumige Schuldner behandelt werden sollten und wie hoch der maximale Zinssatz sein durfte (20% für Silberkredite und 33,3% für Kredite auf Getreide).
In Mesopotamien also wurden vor beinahe 5000 Jahren die ersten Grundlagen gelegt zu den zentralen Fragen des Kredits.
“Mir haben die Informationen hier sehr geholfen.”
-Mike R.